Angehörige extremer Bewegungen/ Parteien haben häufig eine Gemeinsamkeit: In ihren bisherigen Leben lief bisher einiges schief.
Entweder mussten sie sich nie um irgend etwas bemühen, da sie immer alles in bestimmte Körperteile gestopft bekamen, oder aber sie hatten – und das ist die häufigste Variante! - schon einiges einstecken müssen.
Eine geknickte Vita kann dazu verführen, sich einer linksextremen oder rechts außen angesiedelten Gruppierung anzuschließen. Denn am äußersten Rand angesiedelte „Interessengemeinschaften“ sind in der Regel bereits schon mit einem Grundpotenzial an Aggressionsbereitschaft im wahrsten Sinne des Wortes „gerüstet“.
Menschen mit bereits in der Kindheit erfahrenen Demütigungen neigen etwas häufiger dazu, sich als Erwachsene sog. „Radikalen“ anzuschließen als andere, die in Harmonie und ohne große Sorgen aufwachsen durften. Und auch später erfahrene Enttäuschungen, wie z.B. berufliches Pech, können die "starken Worte" jener Parteien sympathisch erscheinen lassen. Denn sog. "Führungspersönlichkeiten" vermitteln ein Gefühl subjektiver Sicherheit.
Es greift die sog. „Hackordnung“. Seit langer Zeit verdrängte Schmerzen und Demütigungen können, beispielsweise durch Parteiziele legitimiert, endlich weitergegeben werden. Die Sehnsucht nach Rache wird erfüllt, was ihr oder ihm außer Befreiung auch die lang ersehnte Anerkennung verschafft.
Bestes Beispiel hierfür liefert Hitlers Propagandaminister Goebbels. Der als Jugendlicher wegen seiner Behinderung oft verspottete Außenseiter wurde eine der wichtigsten Figuren innerhalb der furchtbaren NS-Diktatur und avancierte trotz seines fragwürdigen Aussehens sogar zum begehrten Frauenhelden.
MACHT – diese Droge zog schon immer. Auch heute noch!
Donald Trump ist u.a. ein gutes Beispiel dafür, dass ein großes Mundwerk, unabhängig vom Müll der demselben entströmt, stets seine Anhänger findet.
Mit einem Parteibuch in der Hand und evtl. einem zielgruppenorientierten Äußeren wird unter Einbeziehung extremen Denkens – das gerade Personen mit gemilderter Intelligenz sehr leicht fällt – aus dem kleinsten Wurm plötzlich eine große gefährliche Schlange!
Denn nun hat die früher eher schüchterne Person etwas zu sagen - und wird auch gehört und respektiert.
Zumindest fühlt sie sich so.
Denn sie ist nicht mehr der unsichtbare Schatten, der durch die Gegend huscht, sondern wird wahrgenommen.
Nicht selten hatten Mitglieder extremer oder sogar radikaler Vereinigungen in ihrer Vergangenheit Gewalt, Missbrauch, Demütigung erlebt.
Wenn dann noch das Gefühl entsteht, „versagt“ zu haben oder ein/e Verlierer/in zu sein, z.B. durch Scheitern in der Schule oder beruflichen Misserfolg, ist der Weg in den Extremismus geebnet.
Fehlt nur noch die Uniform – zack!- und schon wird aus dem Verlierer ein Gewinner!
Jetzt ist sie oder er Mitglied einer Gemeinschaft!
Es entwickelt sich ein Gefühl der Überlegenheit. „Ich bin etwas Besseres! Wer anders denkt als ich es tue, ist im Unrecht. Er ist mein Feind und muss bekämpft werden.“
Um dieses Gefühl der Stärke zu untermauern, muss natürlich noch ein Feindbild her. Denn man kann sich nur dann als etwas Besseres darstellen, wenn man irgend etwas zum „Niedermachen“ findet und als Gegner präsentieren kann. Juden, Flüchtlinge, Asylbewerber, Hartz-IV-Empfänger … demnächst kommen vielleicht noch FriseurInnen, SchornsteinfegerInnen oder Kaugummi-HerstellerInnen mit dazu.
Spielt im Endeffekt auch keine große Rolle – Hauptsache, etwas oder jemand, gegen das/ den man Stimmung machen und Hass positionieren kann.
Keineswegs beabsichtige ich mit diesem Post, radikales Handeln und Denken zu entschuldigen.
Doch wer sich der Demokratie gegenüber feindlich zeigt und sich politisch gegen die Freiheit und gegen den Frieden positioniert, braucht außer (dringend erforderlichen!) strafrechtlichen Konsequenzen vor allem eines:
Hilfe.

