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Freitag, 11. Oktober 2019

Anschlag in Halle - Attentat statt "Alarmsignal"

Zum Anschlag in Halle hat sich Frau Annegret Kramp-Karrenbauer gewaltig im Ton vergriffen.
Ja, vermutlich unbeabsichtigt ...
... doch gerade Politiker/innen sollten besondere Sorgfalt bei ihrer Wortwahl walten lassen!
Denn ein Attentat beweist, dass Alarmsignale überhört worden waren. 

Wir leben in einer Zeit, in der die NS-Verbrechen gerne unter dem Siegel "... ist schon so lange her ..." verpackt werden.
Und nicht wenige leugnen oder verharmlosen diese Taten sogar.

Dass damals "Todesfabriken" eingerichtet worden waren und Massenhinrichtungen als industrieller Fertigungsprozess durchgeführt wurden, geht mittlerweile oft unter.

Den Vorwurf der "geistigen Brandstiftung" müssen sich einige gefallen lassen - auch wenn sie sich, offiziell und zumindest verbal, klar von menschenfeindlichen Verbrechen wie dem Anschlag in Halle distanzieren (wie z.B. Jörg Meuthen von der 'AfD').

Wir alle würden es uns aber viel zu einfach machen, wenn wir den Ursprung, den Fokus der Juden- und Ausländerfeindlichkeit einzig auf die neue Welle von rechts und auf die "AfD" richten würden.
In diesem Moment geben wir nämlich die Verantwortung für unser Denken und Handeln ab.
Denn so neu ist das Wiederaufkommen rechtsradikalen Gedankenguts leider auch nicht (ich erinnere an die "Republikaner" in den Achtzigern!) - es wird nur verstärkter wahrgenommen.

Und ist leider wieder salonfähig geworden.
Nicht nur hier in Deutschland, wie der Rechtsruck in einigen Ländern beweist.

Heute ist es wieder da - dieses Abwerten und Verurteilen von Juden, Andersdenkenden, Ausländern usw.

Es kann und darf nicht sein, dass Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Meinung und/oder ihrer Religion Angst haben müssen, auf die Straße zu gehen.

Dasselbe gilt auch für die freie Meinungsäußerung und für das Beschimpfen von Leuten, die ihre Sichtweise darstellen.
Zum Beispiel Dunja Hayali:
Sie hat im Netzwerk "Twitter" einiges auszuhalten, wird beleidigt und sogar bedroht.

All dies dürfte in der Staatsform der Demokratie gar nicht mehr vorkommen. Freie Meinungsäußerung - klares Ja!
Beleidigungen, Bedrohungen - klares Nein!

Oftmals bleibt es nicht bei der Drohung.
Und die offizielle Möglichkeit zum Diffamieren endet irgendwann vielleicht tatsächlich in einem Angriff auf Leib und Leben.

Wenn wir die "Alarmsignale" nicht ernster nehmen, wird es zu weiteren Attentaten kommen. 


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