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Dienstag, 26. November 2019

Greta - und ihre noch ausbaufähige Chance

Man kann sie mögen - oder auch nicht. Trotz ihrer Jugend finde ich sie nicht immer sympathisch. Und oft ertappe ich mich sogar genervt beim Wegzappen, sobald sie auf dem Bildschirm auftaucht: Greta.

Was ich ihr jedoch sehr hoch anrechne, ist ihr nahezu beispielloser Einsatz für das Klima. Sie stresst sich, sie schont sich nicht, sie kämpft.
Doch authentisch kommt das leider schon lange nicht mehr 'rüber.

Aber ist es wirklich erforderlich, mit überzogen wirkendem bitterbösen Blick oder unter verzweifeltem Weinen das Ganze zu "diskutieren"? 
Das Thema eignet sich natürlich weder zum sonnigen Strahlen oder zum werbewirksamen Zahnpasta-Lächeln!

Dazu ist es viel zu ernst und zu wichtig, denn in der Tat schlägt die Uhr bereits fünf nach zwölf für unsere Erde! 

Greta leidet unter dem "Asperger Syndrom", einer Form von Autismus. Und deshalb ist das Überzogene in ihrer Gestik und in ihrem Handeln auch keine Show im eigentlichen Sinne. Greta lebt das Thema "Klimaschutz" - es ist zu ihrer Welt geworden.

Fraglich ist nur, warum das junge Mädchen bzgl. ihrer eigenen Darstellung nicht fachkundiger beraten wird. Denn das von ihr Gesagte verliert durch ihr Auftreten an Griffigkeit und Authentizität.

Die Formel ist ganz einfach:
Je sympathischer du wirkst, desto mehr wollen sich die Menschen mit dir und deinen Zielen identifizieren. Und je mehr sie sich identifizieren, desto stärker engagieren sie sich und bringen dich deinem Ziel wesentlich näher!
Genau aus diesem Grund werden für Werbezwecke sehr gern  sympathisch wirkende TV-Stars verpflichtet.   

Mit wütendem Weinen, ununterbrochener Medienpräsenz und Theatralik erreicht man das genaue Gegenteil von dem, was man will.
Denn dann hören die Menschen nicht mehr zu, sondern schalten genervt ab.

Greta hat es weit gebracht.
Jeder kennt sie mittlerweile.
Und diese Chance kann und sollte sie noch viel besser nutzen!
Weniger ist manchmal mehr.

Denn ihr Engagement verdient Hochachtung.


Freitag, 11. Oktober 2019

Anschlag in Halle - Attentat statt "Alarmsignal"

Zum Anschlag in Halle hat sich Frau Annegret Kramp-Karrenbauer gewaltig im Ton vergriffen.
Ja, vermutlich unbeabsichtigt ...
... doch gerade Politiker/innen sollten besondere Sorgfalt bei ihrer Wortwahl walten lassen!
Denn ein Attentat beweist, dass Alarmsignale überhört worden waren. 

Wir leben in einer Zeit, in der die NS-Verbrechen gerne unter dem Siegel "... ist schon so lange her ..." verpackt werden.
Und nicht wenige leugnen oder verharmlosen diese Taten sogar.

Dass damals "Todesfabriken" eingerichtet worden waren und Massenhinrichtungen als industrieller Fertigungsprozess durchgeführt wurden, geht mittlerweile oft unter.

Den Vorwurf der "geistigen Brandstiftung" müssen sich einige gefallen lassen - auch wenn sie sich, offiziell und zumindest verbal, klar von menschenfeindlichen Verbrechen wie dem Anschlag in Halle distanzieren (wie z.B. Jörg Meuthen von der 'AfD').

Wir alle würden es uns aber viel zu einfach machen, wenn wir den Ursprung, den Fokus der Juden- und Ausländerfeindlichkeit einzig auf die neue Welle von rechts und auf die "AfD" richten würden.
In diesem Moment geben wir nämlich die Verantwortung für unser Denken und Handeln ab.
Denn so neu ist das Wiederaufkommen rechtsradikalen Gedankenguts leider auch nicht (ich erinnere an die "Republikaner" in den Achtzigern!) - es wird nur verstärkter wahrgenommen.

Und ist leider wieder salonfähig geworden.
Nicht nur hier in Deutschland, wie der Rechtsruck in einigen Ländern beweist.

Heute ist es wieder da - dieses Abwerten und Verurteilen von Juden, Andersdenkenden, Ausländern usw.

Es kann und darf nicht sein, dass Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Meinung und/oder ihrer Religion Angst haben müssen, auf die Straße zu gehen.

Dasselbe gilt auch für die freie Meinungsäußerung und für das Beschimpfen von Leuten, die ihre Sichtweise darstellen.
Zum Beispiel Dunja Hayali:
Sie hat im Netzwerk "Twitter" einiges auszuhalten, wird beleidigt und sogar bedroht.

All dies dürfte in der Staatsform der Demokratie gar nicht mehr vorkommen. Freie Meinungsäußerung - klares Ja!
Beleidigungen, Bedrohungen - klares Nein!

Oftmals bleibt es nicht bei der Drohung.
Und die offizielle Möglichkeit zum Diffamieren endet irgendwann vielleicht tatsächlich in einem Angriff auf Leib und Leben.

Wenn wir die "Alarmsignale" nicht ernster nehmen, wird es zu weiteren Attentaten kommen. 


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Freundschaft - kein Alltagsgegenstand!


Freunde zu haben ist etwas Wunderbares.

Gemeinsam zu lachen, zu reden, Zeit miteinander zu verbringen, Musik miteinander zu hören, zu kochen, zu diskutieren usw.
Und einen vertrauenswürdigen Menschen selbst in schwierigen Zeiten an der Seite zu haben, unabhängig von der tatsächlichen räumlichen Nähe.
 
Leider halten wir es oft für vollkommen selbstverständlich, dass uns jemand hilft. Dass er uns zuhört, uns seine Zeit und sein Mitgefühl schenkt.
Aus dieser Selbstverständlichkeit heraus erwarten wir es schließlich sogar und reagieren mindestens "verschnupft", wenn dieser Mensch einmal nicht für uns da ist oder nicht da sein kann!

Manchmal vergessen wir dann, dass die beste Freundin und der treueste Freund auch ein Leben haben und für sich selbst ebenfalls Freiräume und Zeit benötigen.

Freundschaft bedeutet gegenseitige Wertschätzung.
Wenn Freunde jedoch einzig und allein sich selbst als wichtig einstufen und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse stets an die erste Stelle setzen - ohne Rücksicht auf die oder den anderen -, dann ist irgend etwas nicht mehr in Ordnung.

Es ist irgendwann auch nicht mehr tragbar, als Spielball der Launen des vom Leben enttäuschten Freundes bzw. der ach so gestraften Freundin hinhalten zu müssen. Denn manche Menschen gebrauchen ihre Freunde als eine Art Punchingball - "als Freund/in hast du es auszuhalten, wenn es mir schlecht geht und ich verbal auf dich drauf kloppe ..."

Auch wenn Taktgefühl und Rücksicht verloren gehen, ist die Zeit zum Überdenken einer Freundschaft gekommen.

Oder wenn das Versprechen der Diskretion gebrochen wird, weil man sich von der Freundin oder vom Freund vernachlässigt fühlt oder mit dem, was sie/ er sagt oder wie er/ sie handelt, nicht einverstanden ist. 

Einige Menschen haben ja mehrere "beste" Freundinnen und Freunde. Morgens lästern sie mit A über B; abends erfährt dann B, was A so alles schon verbockt hat.
Natürlich kann und sollte man mehrere Freundschaften pflegen. Doch die einzelnen Geheimnisse müssen auch geheim bleiben - sonst ist es Verrat.

Selbst allerbeste Freunde können niemals ständig derselben Meinung sein.
Menschen sind nun mal verschieden. Und das macht es doch auch reizvoll und spannend!

Wer jedoch immer nur "Recht haben" will und die andere Meinung verhöhnt, feindschaftlich kommuniziert oder als Anlass für Vertrauensbruch sieht, sollte sich ernsthafte Gedanken über seinen zweifelsohne diskussionswürdigen oder sogar miesen Charakter machen.

Einige merken selbst auch gar nicht, dass sie ihre "konsultierten" Freundinnen und Freunde im eigentlichen Sinne gar nicht (mehr) richtig mögen. Es geht dann nur noch um Gewohnheit. 
Vielleicht fehlt lediglich der Mut zum Beenden einer vor sich hin siechenden Freundschaft, die sich stetig eher einer Feindschaft nähert.

WAHRE Freundschaft jedoch ist ein wunderschönes, kostbares Gut!
Und auch nach vielen Jahren ist sie niemals selbstverständlich ...

... genau so wenig, wie Menschen es sind.

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Verurteilt

Es gab mal einen Mann namens „Lucky A.“ -
dies ist ein Pseudonym, ganz klar.
Lucky A.‘s gibt es viele auf dieser Welt …
… die Story ist auch schnell erzählt.

Lucky hatte eine üble Vergangenheit.
Er trank sehr viel, suchte häufig Streit;
schließlich – nach Dutzenden von Jahren -
kapitulierte er, musste sich offenbaren.

Er brach zusammen, hörte dann auf zu trinken;
begann, in Schuld und Scham zu versinken.
Doch dann begann er ein neues Leben -
statt zu nehmen wollte er nur noch geben.

Viele Leute fanden das auch gut!
Sie bestärkten ihn, gaben Hilfe und Mut.
Und so kam er aus dem Dilemma raus -
er nutzte seine Chancen und machte was draus.

Einige jedoch rümpften weiter die Nase:
„Er weiß halt, wie man‘s macht, dieser alte Hase!“
Sie lachten ihm freundlich ins Gesicht -
hinter seinem Rücken hielten sie Gericht.

„Wer weiß, was der macht … früher hat er betrogen!
Was er heute so sagt, ist bestimmt gelogen!“
Lucky spürte dies; er sagte nichts mehr.
Denn der Klatsch und Tratsch schmerzten sehr.

Zuletzt verließ ihn seine gesamte Kraft.
Das Geschwätz seiner Umwelt hatte ihn geschafft.
Und so liegt er jetzt irgendwo begraben -
während die Leute fleißig zu tuscheln haben:

„So ein feiner Mensch, solch ein guter Mann!
Leider fing er wieder zu trinken an …
ja, das war schließlich uns allen klar!
Sooo traurig – wo er doch so prima war ...“

Macht ein Mensch im „Heute“ etwas richtig,
ist das für die Leute nicht wirklich wichtig.
Gutes verblasst bereits nach kurzer Zeit -
ewig leuchten deine Fehler der Vergangenheit.