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Sonntag, 12. November 2017

Zeit

„Ich brauche noch Zeit.“
„Zurzeit will ich (das) nicht!“
„Das kommt mit der Zeit …“
 🤔
Wir gehen mit der Zeit um, als wäre sie ein schier unerschöpfliches Gut. Wir tun manchmal so, als hätten wir noch Ewigkeiten vor uns.

In Wirklichkeit jedoch ist die Zeit ein Gut, über das wir nur begrenzt und bis zu einem uns unbekannten Zeitpunkt verfügen können. Und nicht selten sagen wir uns irgendwann: „Hätte ich doch bloß nicht mehr so lange gewartet …“
😢
Natürlich sollen wir nicht übereilt und daher unüberlegt handeln. Darum geht es nicht. Doch wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht, ist ein „vor sich her schieben“ niemals nützlich.

Sich für etwas zu entschuldigen, jemandem die Hand zu reichen oder einem anderen zu helfen – für all diese Dinge gibt es kein „später“ …
… denn dafür ist immer die richtige Zeit!

Schon oft gab es Konflikte zwischen zwei oder auch mehreren Menschen, die diese eigentlich längst aus der Welt räumen wollten. Doch aus Angst vor der richtigen Vorgehensweise, aus Furcht davor vielleicht abgewiesen zu werden usw. wurden die klärenden Gespräche immer wieder auf ein „später“ vertagt.
Und dann passiert etwas – es kommt niemals mehr zu einer Aussprache oder einer Versöhnung!
Das ist nicht nur bedauerlich und „schade“, sondern t r a g i s c h!

Für ein „verzeih mir“ oder ein „ich habe dich lieb“ lautet der richtige Zeitpunkt – JETZT.💌
Überhaupt für ein Wort des Friedens gibt es keine zeitliche Alternative.
Ebenso auch dafür, sich selbst oder anderen etwas Gutes zu tun, die Natur zu genießen, sich zu verwöhnen …
🙋
… JETZT ist die richtige Zeit dafür.


   



Sonntag, 22. Oktober 2017

Das nicht bemerkte Glück

Wieder einmal enttäuscht.
Der heutige Tag hätte doch so schön werden können! Ein ausgedehnter Spaziergang war geplant gewesen - doch nun stürmt und regnet es. Der Himmel ist ebenso grau wie die aktuelle Stimmung.
Das Mittagessen schmeckt auch noch nicht so richtig; vielleicht war auch nur das Frühstück zu üppig gewesen.
Was für ein blöder Tag!

Einige tausend Kilometer entfernt haben die Menschen ganz andere Sorgen. 
Sie haben durch Naturkatastrophen oder Kriege ihr Zuhause verloren. Vielleicht leben sie auch inmitten einer Dürre, in der nichts mehr wächst und selbst das wenige Vieh verhungert.
Ihnen würde das von uns verschmähte Essen bestimmt schmecken …
… und sie würden ob des von uns beklagten Regens jubeln und tanzen!

Und vielleicht nur wenige Meter von uns entfernt – irgendwo in der Nachbarschaft oder in einer Klinik – gibt es einen schwer kranken Menschen, der sich nach nichts anderem als nach einem Spaziergang im Spätherbst sehnt. Wohl wissend, dass er einen solchen nie mehr unternehmen kann bzw. erleben darf.


Es ist immer wieder erstaunlich, in welchem Glück wir doch leben dürfen – auch, wenn wir es nicht wahrnehmen!
Warum?
Weil wir wahren Luxus als Standard empfinden und wir selbst an diesem immer wieder einen Grund zur Kritik entdecken.

Ab und zu können wir uns ruhig den Luxus der Dankbarkeit gönnen – denn auch dieser macht reich.

   

Donnerstag, 14. September 2017

Butawaka 17

„Was hat sie denn jetzt wieder?“ werdet Ihr Euch überrascht beim Lesen des Titels fragen. 

Nein, Ihr Lieben: Keineswegs übe ich einen neuen Modetanz ein. Und ich beabsichtige auch keine Reise in den Kongo; noch weniger bin ich an einem unerforschten Virus erkrankt.

„Butawaka“ ist viel mehr die Abkürzung für den freudvoll geführten diesjährigen Bundestagswahlkampf.
Wir einigen uns darauf, die Endsilbe „-kampf“ durch die deutlich besser passende Bezeichnung „-krampf“ zu ersetzen.

In ermüdenden Wortgefechten werden sinnlos aneinander gereihte Phrasen heruntergeleiert, die wir mittlerweile auswendig kennen. Brennende Fragen werden durch verschwiegene (weil nicht vorhandene!) Antworten verflacht.

Nun ruft ein verzweifelt Kämpfender gar noch nach einem zweiten „Duell“ der Spitzenkandidaten – als würden Django und Billy the Kid im Seniorenheim von Virginia City nach einem Beschuss mit Platzpatronen vorsichtig flüstern: „Komm, wir machen noch mal neu, aber mit echten Patronen!“

Ich sehne den 24. September herbei.
Dann haben wir die Bespaßungs-Combos hinter uns.

Und können den Begriff „Politik-Verdrossenheit“ an unserem eigenen Befinden endlich konkret definieren!

  




Dienstag, 12. September 2017

Das Bedürfnis nach Harmonie – seine Vorteile und seine großen Gefahren

Ist es nicht wunderbar, wenn wir uns mit jedem Menschen gut verstehen?

Dem Chef widersprechen wir nicht, denn wir wollen ja in Ruhe unsere Arbeit machen können. Und vor allem wollen wir den Job ja auch behalten!

Auch engen Freunden geben wir stets Recht. Schließlich meinen sie es ja nur gut mit uns! Und Freund A ist sowieso immer gleich gekränkt oder gar böse, wenn wir etwas anders machen als er vorschlägt – also stimmen wir lieber kleinlaut zu, bevor wir uns wenig freundschaftlichen Diskussionen hingeben.
In der Familie ist es ebenso. Unsere Angehörigen sind enttäuscht, wenn wir uns außerhalb ihrer Vorstellungen bewegen.

Der erste innere Konflikt ergibt sich, wenn der enge Freund A eine andere Handlungsweise vorschlägt als Freund B. ... Wie sollen wir uns denn nun entscheiden?
Einer von beiden wird auf jeden Fall „enttäuscht“ oder gar sauer sein, wenn wir seinen wohlmeinenden Rat nicht befolgen!

Dass wir uns überhaupt derartigen Überlegungen hingeben, weist schon auf ein großes Problem mit unserem Selbstvertrauen hin. Denn wir stellen den „Rat“ eines Freundes über unsere eigene Entscheidung.

Beratungsresistent zu werden ist natürlich auch kein erstrebenswertes Ziel. Doch hin und wieder müssen wir uns klar machen, dass ein Rat kein Befehl sein darf!
Denn wir werden auch immer wieder auf Menschen treffen, die ihr eigenes desolates Seelenleben durch eine Kontrolle über uns kompensieren wollen. Das ist noch nicht einmal böse gemeint, sondern geschieht bei den betreffenden Menschen meist unbewusst. Sie selbst sind der Überzeugung, dass sie uns durch ihre Bevormundung helfen.

Und auf der Arbeit ebnen wir durch ein überzogenes Harmoniebedürfnis künftigem „Mobbing“ den Boden. Wenn wir stets freundlich und geduldig bleiben - egal, was Chef oder Kollege gerade von sich gibt – eignen wir uns hervorragend als Kompensator für die Probleme des/ der anderen.
Die/ der Bertreffende kann dann ja wunderbar seinen eigenen Frust ablassen ohne sich selbst oder sein Arbeitsverhältnis zu gefährden!

Nach den meisten seelischen Attacken dieser Art gesellt sich irgendwann wieder eine Entschuldigung dazu. Meistens nämlich dann, wenn wir tatsächlich auch mal hart bleiben sollten und nicht nachgeben.
Nun ist es natürlich ein schöner Zug, wenn wir eine Entschuldigung annehmen. Und das sollten wir auch tun! Denn jeder verdient eine Chance; wir alle machen Fehler.

Aber:
Entwickelt sich der Kränkungsmechanismus mit anschließenden Entschuldigungen zu einer Art neuen Sport, müssen wir die Reißleine ziehen!
Denn sich regelmäßig demütigen zu lassen ist weder tragbar noch "normal".

„Ich hab gerade Mist erlebt und muss Druck ablassen. Da stelle ich mal XY in den Senkel; danach geht es mir besser! Und XY ist lieb, aber sooo dämlich … die/ der verzeiht mir ja sowieso immer wieder!“  

Wir sind Menschen und keine Spiel- oder Werkzeuge.
Respekt, den wir anderen entgegenbringen, dürfen wir ebenso für uns selbst erwarten – so einfach ist das. 

Denn in Harmonie müssen wir vor allem mit uns selbst leben. Auch, wenn das nicht jedem gefällt.
  
    

Montag, 13. März 2017

Zur Sendung "Anne Will" vom 12. März 2017

Selbst ich mit ausgeprägtem Sinn für Integration bemerke nach der heutigen „Anne Will“-Ausgabe nervöses Klopfen meines Multikulti-Herzens ob des Auftritts Akif Cagatays.
😟 -Es wäre sehr nett von ihm gewesen, wenn er häufiger mal etwas in deutscher Sprache (die er perfekt beherrscht!) formuliert hätte. Denn dieser Auftritt war konkreter türkischer Wahlkampf zu Ehren des ach so sensiblen Herrn Erdogans, den wir bösen Deutschen (u.a. der Herr Böhmermann), sooo oft verletzen. - So viel konnte man jedenfalls verstehen. 😕
Der Wahl in der Türkei wird aktuell mehr Aufmerksamkeit zuteil als den hier in good old Germany bevorstehenden Entscheidungen (3x Landtag, 1x Bundestag). Bestimmte Parteien werden sich über so was freuen können. - Leider.

Montag, 9. Januar 2017

Ein Geschwür namens Intoleranz

Wir leben schon so lange in der demokratischen Staatsform, dass uns deren Wert gar nicht mehr bewusst ist.
Diskussionen – egal, ob es sich um die Flüchtlingspolitik, Donald Trump oder um die berühmten steigenden Gemüsepreise handelt – werden zunehmend unsachlich, sogar populistisch geführt.
Während es in den 60er-, 70er Jahren fast schon obligatorisch gewesen war, wirklich alles bis zur manchmal vollkommenen Erschöpfung „auszudiskutieren“, findet der Meinungsaustausch auf Kanälen wie z.B. Twitter oder Facebook auf teilweise unterstem Niveau statt.
Dieser „Hau drauf“-Stil wird nicht nur geduldet, sondern von verschiedenen Kanälen und Personen sogar bewusst gesteuert.

Wer eine Meinung vertritt, kann und soll nicht immer davon ausgehen, dass diese auch unbedingt richtig ist und von allen anderen geteilt werden sollte. Denn gerade das ist ja das Reizvolle an der Diskussion: Die Einstellung anderer zu hören und zu erfahren, warum sie so und nicht anders denken. Das bringt einen weiter; es eröffnet teilweise neue Sichtweisen und hilft bei objektiver Betrachtung.
Aber „gewisse Leute“ – teilweise Menschen mit großer Macht! – erklären überhaupt gar nichts. Sie beschimpfen den/ die anders Denkenden, beleidigen ihn/ sie aufs Übelste.
Und dürfen – so ganz nebenbei – vielleicht über Krieg und Frieden entscheiden. –

Das versteckte Machtinstrument „Populismus“ ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig. Es wird nicht nur geduldet, sondern sogar offen eingesetzt …
… und viele finden das prima und springen auf den Zug Richtung „… Dich mach ich fertig …“ auf. Endstation absolute Intoleranz.

In o.a. Kanälen sind teilweise Beleidigungen, Diffamierungen und Beschimpfungen zu lesen, die an mittelalterlichen Pöbel erinnern. Sicher: Wir brauchen und wollen keine Zensur; so meine ich das auch nicht.

Doch vielleicht müssen im Zeitalter der vollkommenen Meinungsfreiheit - zumindest in den demokratischen Hochburgen Deutschland und den Vereinigten Staaten – viele Menschen das sachliche Diskutieren, das Anerkennen anderer Einstellungen usw. erst wieder lernen.
Egal, ob Bürger oder Staatsoberhaupt.

Sachliches Diskutieren auf toleranter Basis hilft der Vermeidung von Missverständnissen und Konflikten.
Und dient somit dem Frieden.