Nachdem sich viele
Menschen ungerecht und nachteilig behandelt fühlen, schauen wir nun einem vermutlich
sehr nationalistisch geprägtem Jahr 2017 entgegen. –
In Anbetracht
der Tatsache, dass es aktuell in fünf Kontinenten militärische
Auseinandersetzungen bzw. „kriegerische Handlungen“ gibt, lässt der künftige
US-Präsident Donald Trump die Hoffnung auf friedliche Lösungen zusätzlich
schwinden. Denn sein hauptsächliches Anliegen besteht ja im Ausrufen von „Make
America great again!“–Parolen.
Die zunehmende Neigung
zu extremen Parteien war schon immer besonders häufig in wirtschaftlich unsicheren
Zeiten zu finden. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, beim Verlust
wirtschaftlicher Übersichtlichkeit und schwammigem Geschäftsgebaren maßgebender
Institutionen (Bankenkrise) werden die Stimmen lauter, die nach der „starken Hand“
rufen.
Und hier im
einschlägig vorbelasteten Deutschland ist es wieder ganz genauso.
Ohne Scham oder
Zurückhaltung – wie noch in den 70er, 80er Jahren - ertönt auf den Straßen „Deutschland,
Deutschland über alles, über alles in der Welt …“ und auch in anderen Ländern gewinnen
Nationalisten zunehmend an Boden. Wie zum Beispiel in der „Front National“-Partei
Frankreichs.
Nun ist es
keineswegs verwerflich, stolz auf sein Land zu sein – ganz im Gegenteil! Hier
in Deutschland war es selbst Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg verpönt
gewesen, sich hoch erhobenen Hauptes zu seiner Nationalität zu bekennen – man war
augenblicklich ein „Nazi“.
Doch erst diese
andauernde Konfrontation mit der „Restschuld“ hat die ungesunde nationale –
nein, nationalistische - Denkweise wieder neu gestärkt! Ja, man ist wieder wer.
So kommen viele
aus ihren Schlupflöchern heraus. Nicht nur die „sozial Schwachen“, sondern
gerade diejenigen, die eigentlich überhaupt keinen Grund zur Klage haben.
Und einige
derer, die von Sozialbezügen leben/ leben müssen, haben sich in die Idee verrannt,
dass alle nach Deutschland Gekommenen nur zum Abkassieren hier sind, ihnen
etwas wegnehmen würden – und vergessen dabei, dass es unter ihnen selbst einige
Kandidaten gibt, die sich mitunter seit Jahren vor einer Aufnahme regulärer
Beschäftigung erfolgreich drücken.
Sicher, es gibt
auch nicht wenige Wirtschaftsflüchtlinge – aber das Gros aller Geflohenen will
schlicht und ergreifend nur weg von Brand, Bomben, Folter und Hunger. Der
aktuelle „Hartz-IV“-Regelsatz ist das Allerletzte, woran diese arme Menschen
denken.
Da ich selbst „Hartz-IV“
und die zuständigen Jobcenter gut kenne: Vielleicht sollten sich einige der
dortigen Sachbearbeiter auf eine einheitliche und transparente Arbeitsweise
verständigen, damit solche Vorurteile aus der Welt geräumt werden können? Denn
in der Tat wird häufig in diesen Behörden derartig geschludert, dass manche Menschen Ende eines Monats ohne Geld dasitzen. Daraus erwachsen Unzufriedenheit,
Aggressionen und Neid. Dies ist nicht selten eine Ursache für die Annahme einiger Leistungsempfänger, Flüchtlinge und Asylbewerber würden ihnen etwas wegnehmen.
Hinzu kommt
aber auch noch etwas Anderes:
In einer
nationalistischen Bewegung kommt jeder zum Zuge, der die für die Partei „rechte
Gesinnung“ mitbringt, im wahrsten Sinne des Wortes. Bildung spielt da überhaupt
keine Rolle, Hauptsache, die Einstellung stimmt.
Schon zu Hitlers
Zeiten war es so, dass jeder noch so Unbedarfte ein „großes Tier“ in der Partei
werden konnte. Er musste nur laut genug brüllen, eine entsprechende Portion
Hass mitbringen und sich devot gegenüber einigen Machtinhabern zeigen. Wiederum
andere mussten sich dann anschließen, um sich nicht suspekt zu machen. Das
heißt also: Je mehr in unserem Land sich ungerecht behandelt fühlen, umso mehr
Anhänger werden Parteien wie die „AfD“ gewinnen.
Im neuen Jahr
wird also Donald Trump die Geschicke Amerikas lenken. In Deutschland wird ein
neuer Bundestag gewählt. Auch Frankreich wird „zur Urne schreiten“.
Wollen wir alle
hoffen, dass in dieser Urne keine Demokratie verbrannt werden wird – und in
Deutschland keine Unterkünfte mehr Feuer fangen.
Denn es brennt ohnehin schon genug auf dieser Welt.
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