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Montag, 26. November 2012

Der Mann - eine weiblich-wissenschaftliche Betrachtung

Heute wollen wir uns einem rätselhaften, aber faszinierendem Wesen zuwenden: Dem Mann.

Laut der Bibel war das erste menschliche Wesen männlich, denn "Mann" heißt laut Wortschöpfung ja auch der "Mensch".
In der französischen Sprache sind beide Bezeichnungen nach wie vor gleich gesetzt: "L' homme".

Als Gott also den Menschen schuf, strebte er eine gewisse "Gleichheit" zwischen ihm, dem Schöpfer, und dem zu erschaffenden Wesen an.
Und genau das haben sich die Männer auch bis heute ganz genau gemerkt!

Man spricht nach wie vor von "den Herren der Schöpfung".
Nur vergessen diese mitunter sehr gern: Nämlich die Tatsache, dass eine Vollkommenheit von vorn herein nicht gedacht war und entgegen der Meinung jenes Herrengeschlechtes auch nach wie vor nicht gegeben ist!

Nein - dies wird hier keine Schmähschrift, ganz im Gegenteil.
Denn man muss sie einfach lieben!

Das Klischee des Bier trinkenden, in Filzpantoffeln vor sich hin schlurfendem Individuums - mit Unterhemd und einer Trainingshose bekleidet - wird seit den "Ekel Alfred"-Zeiten nur noch selten bedient.

Auch die langen Unterhosen haben die possierlichen Zeitgenossen glücklicherweise längst in den Kleiderschrank verbannt und holen sie auch nur noch in den härtesten Wintern hervor.

Gewisse Eigenschaften ändern sich aber anscheinend nie:
Nach wie vor wünschen sie sich eine freudig strahlende Partnerin, wenn sie nach Hause kommen.
Und sie monieren weiterhin bereitwillig die kleinen "Mängel", die sie da zu entdecken glauben:
"Warst du schon wieder beim Friseur?"
Waren wir es nicht:
"Du könntest mal wieder beim Friseur vorbei schauen!"

Sie mögen es, wenn wir uns hübsch machen.
Machen wir uns "zu" hübsch, wittern sie Verdacht:
Für wen gestalten wir uns denn so attraktiv?!?
Dass wir es für sie tun, ziehen sie kaum in Betracht.

Sind wir abends fröhlich, rümpfen sie die Nase:
"Na, du bist aber vergnügt. Ich hatte viel zu tun..."

Sind wir zurückhaltend, ist es auch nicht in der Ordnung:
"Da freut man sich abends auf Zuhause, und du machst sooo ein Gesicht..."

Sie selbst kümmern sich (zum Glück!) sehr intensiv um ihr Äußeres.
Entweder strahlen und schwitzen sie im Fitness-Club (das Strahlen passiert dann meist an der dazu gehörigen Saftbar in Gegenwart ambitionierter "Mit"-Sportlerinnen) - bei uns daheim sind sie dann "kaputt" und schmeißen sich bereitwillig wieder in die bereits angesprochene Jogging-Uniform.

Gerne sprechen sie dann über ihren schweren Arbeitstag.
Hatten auch wir einen solchen, verziehen sie nicht selten das Gesicht:
"Du hast auch immer was zu jammern.
Dein Job ist doch leicht!"

Im TV-Gerät läuft ein Film.
Zum Beispiel mit George Clooney.
"Phhh..." kommt es da verächtlich von der Couch, "wie du den da anstarrst -  sooo hübsch ist der auch nicht!"
Diese verächtliche Phlegmatik ist aber sofort verschwunden, wenn ein ominöses Sexsymbol leise gurrend ihren Silikonbusen vor sich her transportiert: Der bereits schlafend Gewähnte kommt in Windeseile zu sich und droht, wie die erwähnte künstliche Oberweite der Dame, vor Energie fast zu platzen!

Diese kleinen Beispiele lehren uns Folgendes:
Männer agieren und reagieren situationsbezogen.
Und das können sie in einer Perfektion, die ihnen eine wunderbare Lebensqualität gewährleistet.

Bist Du eine "Singlefrau" und in ein Geschöpf dieser Gattung verliebt:
Die Zeiten, in denen ein Mann DICH erobert, sind längst vorüber!

Du merkst an ihren Blicken und Gesten, dass sie auch auf Dich "stehen", aber sie schauen Dich manchmal an wie eine lästige Fliege, die ihren Arm herauf krabbeln möchte.

Beschließt Du daraufhin, sie zu "ignorieren", sind sie gekränkt - wie kannst Du etwas so Perfektes wie sie einfach übersehen?

Zeigst Du ihnen Deine Sympathie, willst sie sehen, mit ihnen zusammen sein etc., dann "rennst du ihnen hinterher".

Versuchst Du, Dir nichts anmerken zu lassen und "cool" zu bleiben, hast Du nichts für sie übrig: "Phhh... die kann mich mal..."

Wie immer Du es auch anstellst - richtig machst Du es nur selten.

So.
Sie sind ein Rätsel und sie werden es auch immer bleiben, unsere Männer. 
Aber gerade  d a s  ist ja das Schöne:
Nur das Unerklärliche ist reizvoll.








Dienstag, 23. Oktober 2012

Selbstvertrauen - Von der Kunst, sich selbst zu mögen

Wir alle mögen sie nicht sehr: Die berühmt-berüchtigten "Angeber". 
Sie tragen ihre Nase weit oben, beglücken uns ab und zu mit einem gnädigen herablassenden Lächeln und so manchem guten Rat.
Nein - so sind wir nicht.
Wir sind bescheiden.

Am Buffet halten wir uns vornehm zurück, um ja nicht als aufdringlich zu gelten. Missmutig verleiben wir uns am Ende der Feier unansehnliche angetrocknete Canapés und andere Reste ein
Besondere berufliche Chancen ergreifen wir nicht, zumindest nicht sofort: Man könnte uns ja für einen "Streber" halten.
Lieber jammern wir täglich wegen unseres dummen Jobs und lassen uns von einem anderen, der nicht so bescheiden gewesen war wie wir, herum schikanieren.

Wir zweifeln -  an uns.
Das können wir nicht und jenes sowieso nicht!
Die anderen sehen besser aus als wir und können auch mehr.
Und schließlich wundern wir uns auch nicht mehr darüber, dass wir stagnieren und absolut nicht weiter kommen.

Doch was ist eigentlich so schlimm daran, dass wir uns selbst endlich einmal gut finden?

Wir brauchen uns nicht für vollkommen zu halten, aber wir sind oft besser, als wir selbst uns einstufen!
Wir können nicht alles, aber viel mehr, als wir uns häufig selbst zutrauen!

Herausforderungen sind immer mit einem Risiko verbunden.
Die neue Frisur, die viel zu modern für uns ist, steht uns vielleicht besonders gut!
Und wenn nicht - so können wir sie ja wieder ändern!

Nein, hier geht es natürlich nicht um solche "Bagatellen" wie einen neuen Haarschnitt.
Aber mit dem Überwinden der inneren Barriere, die uns so manche kleine äußere Veränderung verbietet, verliert man die Scheu vor einschneidenden Neuerungen unseres Lebens.

Wir brauchen einfach mehr Mut.
Mut zur Entscheidung. Verlust der Angst vor dem Beschreiten neuer Wege.

Wir müssen uns selbst genauer analysieren, denn wir haben außer Fehlern auch viele Talente!
Jeder von uns hat sie.
Aber nicht alle kennen sie auch.

"Understatement" kann ja recht sympathisch wirken.
Doch zu viel Zurückhaltung und Bescheidenheit führen am Ende zu einer sehr bekannten Floskel:

"Ach, hätte ich doch bloß..."




Montag, 24. September 2012

Gott ist traurig

Eines Morgens war es ganz ruhig im Himmel.

Die Engel wunderten sich, dass überhaupt nichts vom lieben Gott zu hören war. Denn eigentlich rief er sie morgens immer zu sich, um sie zu begrüßen und mit ihnen ein Lied zu singen.

Nicht nur die Engel waren besorgt; auch Petrus schien sehr beunruhigt zu sein. "Was meint Ihr," fragte er die himmlische Schar, "darf ich es wagen, nach IHM zu schauen und zu fragen, ob alles in der Ordnung ist?"
Sein Vorschlag fand breite Zustimmung.
Und so ging Petrus zu der großen Tür des Schöpfers und klopfte behutsam an.

Ganz müde und erschöpft kam ein zaghaftes "Herein" und als Petrus eintrat, saß der liebe Gott zusammen gesunken da und schaute sehr traurig aus.

"Oh Herr, deine himmlischen Heerscharen sind in Sorge und ich bin es auch. Kein Gebet am heutigen Morgen, kein gemeinsamer Gesang?"
"Ach Petrus - ich bin traurig." Ein langer Seufzer kam über die Lippen des Schöpfers.
"Siehst du, was auf der Erde gerade wieder los ist? Sie streiten! Sie führen Krieg! Im Namen der Religionen, in meinem Namen!"

Langsam nickte Petrus.
"Ja, ich weiß, oh Herr. Aber das ist doch nichts Neues. Es ist seit Jahrtausenden so!"

"Das darf doch aber nicht heißen, dass das so bleiben kann! Wann begreifen sie alle endlich, dass ich für jeden ein und derselbe bin? Einige nennen mich Gott, viele andere Allah, wieder andere Jehova - aber das spielt doch keine Rolle! Ich bin ICH!"

"Was willst du nun machen, Vater?"
"Das ist das Schlimme! Ich kann gar nichts machen! Das ist die einzige Ohnmacht, die ich tatsächlich besitze, Petrus; das ist der einzige Punkt, an dem ich nicht vollkommen bin: Ich kann die Menschen nicht indoktrinieren, nicht bekehren, nicht belehren..."

Petrus begriff, dass er dem Schöpfer absolut nicht aus seiner Traurigkeit heraus helfen konnte und ließ ihn wieder allein.

Kurze Zeit später schrieb er einen kleinen Vers:
"Ob Gott, ob Allah - das ist nicht wichtig.
IHN zu respektieren - nur das ist richtig!
Drum feinden wir nicht an die "fremden" Religionen!
Gläubig zu sein wird sich immer lohnen!

Doch zu morden im Namen der Heiligkeit
wird uns verfolgen bis in die Ewigkeit!
Der wahre Glaube trägt ein freundliches Gesicht:
Gewalt und Mord, dies kennt er nicht!

Alles andere hat wenig Sinn:
Also, legt die Waffen hin!
Denn eine Weisheit ist uns beschieden:
Jeder wahre Glauben sucht den Frieden!"




Dienstag, 22. Mai 2012

"50" macht Spaß!

Was hatte ich für eine Furcht vor dieser Zahl!
"50" - dieses Alter hat etwas so Bedeutendes, fast Endgültiges. Es zeigt Dir auf: Teenie-Alter ist ja sowieso vorüber. Aber halt auch die Zeit, wo man noch als "junge Frau" durchging. Jetzt ist man zwar noch nicht alt, aber "reif".

"Reif" klingt irgendwie so nach einem leicht fauligen Apfel, der sich mühselig noch am Baum hält, aber bald schon Richtung Boden plumpst.
Und "reif" bedeutet auch: Kritische Spurensuche im Gesicht nach Fältchen, nein, Falten! Herrje - da ist eine! Okay, noch nicht tief und ja eigentlich kaum sichtbar... aber sie ist da.

Erste Überlegungen:
Eigentlich war man ja stets gegen Liftings. Diese gestrafften unnatürlichen Gesichter, die so wirken, als hätte jemand eine Art Plastikplane auf die mühsam lächelnden Mienen getackert.

Doch jetzt gehen unsere Gedanken in eine andere Richtung:
Eigentlich ist es ja schon toll, was es heute alles so gibt. Lieber etwas unnatürlich gestrafft als natürlich ausgeleiert.

Gut - lassen wir das mit dem Liften besser (zumindest noch!).
Wozu gibt es denn diese fantastischen Crèmes?

Q 10. Hyaluronsäure. Irgendwelche Vitaminkomplexe (nach geheimen Spezialrezepturen). 
Und noch vieles mehr sollen wir uns ins sorgenvolle Antlitz klatschen, um dem Zahn der Zeit wenigstens etwas Einhalt zu gebieten.

Und wie ist es mit der Cellulitis?
Auch da besteht Handlungsbedarf!
Noch ist zwar nichts bzw. nicht viel zu sehen, aber schon haben wir uns mit vor Eifer hochrotem Gesicht den Massagehandschuh übergestülpt und das vielversprechende Gel zur Hand. Unsere gestraften Oberschenkel werden malträtiert und massiert, bis sie blaurot sind und schmerzen. Da hat die Cellulite keine Chance mehr!

So - das machen wir jetzt täglich!
Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht hinkriegen!
Cellulite? Nicht mit uns!

Auch Gymnastik darf nicht fehlen... 
... und so robben wir auf dem Boden herum, machen anstrengende Kniebeugen, Liegestützen, Bauch- und Streckübungen etc.
Ab jetzt mindestens zwei Mal täglich!

Die Ernährung muss stimmen!
Deshalb ist es nur richtig, jetzt mit täglich wachsendem Unwillen lustlos auf rohen Karotten herum zu nagen und uns den Mund mit Gräsern und wilden Kräutern voll zu stopfen. Fast sehen wir ein wenig wie Bugs Bunny aus.

Das erste graue Haar...
... wird nicht alt. Kaum entdeckt, haben wir es mit äußerster Brutalität heraus gerissen und zur "intensiven Cremehaarfarbe mit Grauabdeckung" gegriffen.
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Irgendwann jedoch wird uns bewusst, dass uns seit kurzem etwas Wichtiges fehlt: Nämlich die Lust am Leben! Die Freude daran, so zu sein, wie man nun einmal ist!

Wir setzen nun so viel daran, deutlich jünger zu wirken.
Vor ca. 30 Jahren (meine Güte - solch eine lange Zeit, aber es schien erst gestern gewesen zu sein), setzten wir sämtliche Energien dafür ein, älter auszusehen!    

Die ideale Voraussetzung für einen inneren Jungbrunnen wird wohl eher daraus bestehen, mit sich selbst in jedem Alter einverstanden zu sein.

Denn dies sorgt für häufiges Lächeln - und wenn wir lachen, sind wir auch wieder bzw. immer noch jung!

Samstag, 10. März 2012

Kultureller Spaziergang – ein Abend vorm TV

Das Wetter ist nicht schön; unsere Arbeit haben wir erledigt und sogar schon die Wohnung geputzt. So verspüren wir plötzlich die Regung, uns tatsächlich mal wieder gemütlich in den Sessel zu lümmeln und einfach etwas fern zu sehen.

Wir haben uns ein paar Brote geschmiert, die alten Hausschuhe angezogen und erwartungsvoll die Fernbedienung gezückt. Und schon geht es los!

Während wir voller Appetit in unser Käsebrot beißen, flimmert gerade eine neue Toilettenpapier-Werbung über den Schirm. Die neue Marke sei besonders saugfähig und reißfest, wird uns freudig erzählt und durch einen Test mit Wasser anschaulich demonstriert.
Danach dürfen wir hoffnungsfroh registrieren, dass wir auch vor einer späteren evtl. Blasenschwäche keine Angst mehr haben müssen, da die neue TENA-Binde alles aufsaugen würde, was wir irgendwann von uns geben sollten.
Nachdenklich legen wir unser Brot erst einmal hin...

Auch die Ausscheidungen unserer Jüngsten seien nun kein Problem mehr, dürfen wir erfahren. Die neue „EXTRA DRY“ hält Baby trocken.
Wir räumen unser gerade angebissenes Brot wieder in die Küche, da uns mittlerweile schlecht ist. -

Aber nun! 
Das neue „Supertalent“ sollen wir wählen!
Wir haben die Auswahl zwischen den verschiedensten Kandidaten: Ein Mann mit offenbar wenig Glück im Leben malt mit der Spitze seines Geschlechtes Bilder mit surrealer Aussage. Die nächste Kandidatin schleift sich mit mit unzähligen Speckrollen und doppeltem Doppelkinn über die Bühne und gibt schwitzend und prustend merkwürdige Geräusche von sich, die sie kühn als „Gesang“ bezeichnet. Dieter Bohlen trägt sich mit Suizid-Gedanken und überlegt, ob er künftig nicht doch bei „C&A“ Unterwäsche verkaufen soll.

Als wir umschalten, stoßen wir aufs „Spaß am Samstag“-TV. Zum x-ten Male wird Angela Merkel parodiert. Einige hoffnungsvolle Comedy-Nachwuchtstalente bewerfen sich mit Sahnetorten und halten dies für eine neue Art von Humor – in ihren Gräbern lachen sich Buster Keaton, Stan Laurel und Oliver Hardy wahrscheinlich noch einmal tot.
Glücklicherweise gibt es aber noch die „Öffentlich-Rechtlichen“. Sie schieben eifrig ihre Kurzspots ins Programm, in denen sie uns zur Zahlung der GEZ-Gebühr ermahnen. Denn nur eine pünktliche und regelmäßige Entrichtung derselben ermöglicht uns auf legalem Wege, zum 587. Male Clint Eastwood beim Rauchen seines alten Zigarettenstummels zu betrachten.

Da hilft nur noch das Ansehen der Wiederholung einer nachmittäglichen Talkshow.
Eine Frau in karierter Kittelschürze, deren Vorderzähne sich genau so verabschiedet haben wie vormals ihr untreuer Ehemann, klagt uns ihr Leid. Dieser Lump! Er war mit einer Jüngeren durchgebrannt, obwohl er von ihr jeden Tag umsorgt, bekocht und bemuttert worden war. Na, so etwas aber auch! Später kommt noch ein junger Mann von gerade mal 22 Jahren Lebensalter dazu, der furchtbar weint: Er bekommt keine Arbeit und keine Lehre! Beim Trocknen der Tränen mit einem Taschentuch bleibt er fast an seinem Nasenpiercing hängen. Aber er beruhigt sich schnell und streicht sich durch sein grün-rosa gefärbtes Haar.

Auch wir raufen uns mittlerweile die Haare. Deshalb entdecken wir unsere besten Freunde: Den Ausschaltknopf der Fernbedienung und ein gutes Buch.

Freitag, 9. März 2012

"Ausgewulfft" - von Präsidenten und Pensionen

Stimmen wir doch mal ein zur aktuellen Zeit
in den Gesang "sozialer Ungerechtigkeit".
Während Rentner beim Sozialamt sitzen
und manche Arme in der ARGE schwitzen,
sucht sich Herr Wulff für sein Haus
grad' einen neuen Bürostuhl aus.

Ihn zu verurteilen sei hier vermieden.
Es steht nichts fest; es ist nichts entschieden.
Aber sein Verhalten prägte wochenlang das Bild -
die Berichterstattung überschlug sich wild.
Vom Herrn mit Würde in edlem Frack
bleibt nur ein bitterer Nachgeschmack.

Wir predigen Werte und verfechten Tugend -
so appellieren wir an die Jugend!
Doch an dieser Stelle müssen wir es wagen
auch nach den Vorbildern mal zu fragen!
Unfehlbar sind wir zwar alle nicht,
doch auch die Schwäche hat ein Gesicht.

In der Presse überschlug man sich ganz munter -
andere Themen gingen vollständig unter.
Kriege, Nöte und Rebellionen -
mit denen tat man uns verschonen.
Irgendwo auf der Welt ist eine Krise entfacht:
Egal! Auf Seite 1 wird an Herrn Wulff gedacht!

Es reicht jetzt wirklich; es ist vorüber.
Eine Rückkehr ins Wichtige ist uns lieber!
Ich gebe zu: Es war schon richtig,
denn der Präsident ist wohl auch recht wichtig.
Doch genug mit dem Klamauk:
Wir sind gespannt auf den Herrn Gauck!

Abschließend bemerken wir mit mildem Lachen:
Um Wulffs müssen wir uns keine Sorgen machen!
Der Ex-Präsident, da war man gnädig,
wird aufs Üppigste entschädigt.
Es soll nicht nach Polemik klingen -
doch kräftig lässt der Staat was springen!

All dies zu verstehen fällt schon recht schwer!
Doch "Neid-Debatten" gehören hier nicht her.
Man merkt halt deutlich von Zeit zu Zeit
die viel zitierte "Ungerechtigkeit".
Stellen wir fest ganz ungeniert:
Hier gehört was reformiert!