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Mittwoch, 1. April 2026

Narzissmus - Selbstverliebt bis in den Wahnsinn

Definition: Was versteht man unter Narzissmus?
Im Alltag wird Narzissmus häufig mit Selbstverliebtheit gleichgesetzt. Der Begriff geht auf eine antike Erzählung zurück: Ein junger Mann verliebt sich in sein eigenes Spiegelbild und verliert sich vollständig in dieser Faszination. Dieses Bild prägt bis heute die Vorstellung vom Narzissten als jemand, der ausschließlich sich selbst bewundert.

Psychologische Perspektive auf Narzissmus
In der Psychologie reicht diese vereinfachte Vorstellung jedoch nicht aus. Menschen mit narzisstischen Zügen begnügen sich nicht mit Selbstbewunderung – sie streben aktiv nach Anerkennung von außen. Oft wirken sie zunächst beeindruckend: selbstsicher, charismatisch, zielstrebig und überzeugend. Sie sehen sich selbst häufig als besonders talentiert oder überlegen.

Mit der Zeit zeigen sich jedoch auch problematische Seiten. Dazu gehören starkes Eigeninteresse, das Ausnutzen anderer oder ein übersteigertes Bedürfnis nach Kontrolle. Auffällig ist, dass sie durchaus verstehen, wie andere denken und fühlen (kognitive Empathie), diese Fähigkeit jedoch eher strategisch einsetzen. Kritik wird oft schlecht vertragen, und es besteht eine Tendenz zur Selbstüberschätzung.

Aus wissenschaftlicher Sicht umfasst Narzissmus drei zentrale Merkmale:

  • ein Gefühl von Großartigkeit

  • ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung

  • ein Mangel an emotionaler Empathie


Persönlichkeitszug oder Störung?

Narzisstische Anteile bei jedem Menschen
Grundsätzlich trägt jeder Mensch gewisse narzisstische Eigenschaften in sich. Ein gesundes Maß an Selbstvertrauen, Durchsetzungsfähigkeit und Zielorientierung ist sogar hilfreich, um im Leben voranzukommen.

Erst wenn sich diese Eigenschaften stark bündeln und das Verhalten prägen, spricht man von einem bestimmten Persönlichkeitsstil. Dieser kann sowohl Vorteile (z. B. Erfolg im Beruf) als auch Nachteile (z. B. Konflikte mit anderen) mit sich bringen.

Wann wird es problematisch?
Kritisch wird es, wenn diese Muster so stark ausgeprägt sind, dass sie zu dauerhaftem Leid oder erheblichen Problemen im sozialen Umfeld führen. Dann kann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vorliegen.

Typische Anzeichen für eine solche Störung sind:

  • starkes inneres Leiden

  • hohes Risiko für weitere psychische Probleme

  • Konflikte mit sozialen oder gesellschaftlichen Regeln

Der Übergang von „auffällig“ zu „klinisch relevant“ ist dabei fließend.


Narzissmus in Beziehungen

Narzisstische Menschen können anfangs sehr anziehend wirken. Sie erscheinen spannend, kreativ und selbstbewusst. Gerade zu Beginn einer Beziehung entsteht oft eine starke Faszination.

Im Alltag zeigen sich jedoch häufig Schwierigkeiten:

  • Sie möchten im Mittelpunkt stehen

  • Bedürfnisse des Partners werden vernachlässigt

  • Kritik führt zu Abwehr oder Gegenangriff

  • emotionale Nähe fällt schwer

  • es kann zu Manipulation oder Unehrlichkeit kommen

In extremen Fällen wird der Partner eher als Mittel zum Zweck betrachtet als als eigenständige Person.

Können solche Beziehungen funktionieren?
Ja, unter bestimmten Bedingungen:

  • wenn beide ähnliche Persönlichkeitszüge haben

  • wenn ein Partner eher unsicher ist und die Dominanz akzeptiert

  • wenn klare Grenzen bestehen

Problematisch wird es, wenn Respekt, Wertschätzung und emotionale Sicherheit dauerhaft fehlen.


Narzissmus im Berufsleben

Bestimmte narzisstische Eigenschaften können im Job von Vorteil sein:

  • Durchsetzungsfähigkeit

  • Ehrgeiz

  • Selbstbewusstsein

  • Begeisterungsfähigkeit

Deshalb finden sich narzisstische Persönlichkeiten häufig in Führungspositionen.

Gleichzeitig können sie Schwierigkeiten verursachen:

  • geringe Kritikfähigkeit

  • Überforderung von Mitarbeitenden

  • impulsive oder willkürliche Entscheidungen

Wie erfolgreich jemand mit narzisstischen Zügen ist, hängt stark von weiteren Faktoren wie Intelligenz, emotionaler Stabilität und Umfeld ab.


Ursachen von Narzissmus

Die Entstehung narzisstischer Eigenschaften lässt sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Vielmehr spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • genetische Veranlagung

  • frühe Beziehungserfahrungen

  • Erziehungsstil

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze:

  • Übermäßige Bewunderung: Kinder werden stark idealisiert und entwickeln ein überhöhtes Selbstbild

  • Emotionale Vernachlässigung: Ein mangelndes Gefühl von Wertschätzung wird durch Selbstüberhöhung kompensiert

  • Instabiler Selbstwert: Hinter der Fassade steckt oft Unsicherheit und Angst vor Ablehnung

Moderne Forschung geht davon aus, dass sowohl Überbewertung als auch Vernachlässigung zur Entwicklung beitragen können.


Behandlungsmöglichkeiten

Entgegen verbreiteter Annahmen ist Narzissmus behandelbar. Allerdings suchen Betroffene oft erst Hilfe, wenn es zu Krisen kommt – etwa in Beziehungen oder im Beruf.

Wichtige Therapieziele sind:

  • Verständnis für das eigene Verhalten entwickeln

  • Empathiefähigkeit stärken

  • biografische Hintergründe aufarbeiten

  • authentische Beziehungen erleben

Je nach Ausprägung kommen verschiedene Therapieformen infrage, etwa Verhaltenstherapie oder psychodynamische Ansätze.


Formen von Narzissmus

Man unterscheidet zwei Hauptformen:

Grandioser Narzissmus

  • selbstbewusst, dominant, auffällig

  • starkes Bedürfnis nach Bewunderung

Vulnerabler (verdeckter) Narzissmus

  • eher zurückhaltend oder unsicher wirkend

  • innerlich jedoch ähnliche Ansprüche und Selbstbezogenheit

Beide Formen teilen zentrale Merkmale wie:

  • Wunsch nach Anerkennung

  • überhöhtes Selbstbild

  • Anspruch auf Sonderbehandlung


Hat Narzissmus auch positive Seiten?

Nicht jede narzisstische Eigenschaft ist negativ. In moderater Form kann sie hilfreich sein:

  • stärkt Selbstvertrauen

  • fördert Leistungsbereitschaft

  • unterstützt Führungsqualitäten

Entscheidend ist das Gleichgewicht. Problematisch wird es, wenn andere darunter leiden oder ausgenutzt werden.


Narzissmus und Religion

Es gibt auch Überschneidungen zwischen narzisstischen Mustern und religiösen oder spirituellen Vorstellungen:

  • Selbstüberhöhung durch Spiritualität: Betroffene sehen sich als besonders „erleuchtet“

  • Anspruch auf besondere Erkenntnisse

  • Vermeidung persönlicher Probleme durch religiöse Deutungen

  • Manipulation anderer über Glaubenssysteme

In extremen Fällen kann dies in wahnartige Vorstellungen übergehen, etwa wenn sich jemand als auserwählt oder überlegen wahrnimmt.


Fazit

Narzissmus ist ein komplexes Persönlichkeitsmerkmal mit vielen Facetten. Er reicht von gesunden Anteilen, die Selbstvertrauen fördern, bis hin zu schwerwiegenden Störungen, die Beziehungen und das eigene Leben stark belasten können. Entscheidend ist, wie stark die Ausprägung ist – und wie sehr sie das eigene Leben und das Umfeld beeinträchtigt.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Angst – die neue Volkskrankheit

- Nervöse Menschen, die sich plötzlich extre­men Parteien zuwenden.

- Fast ununterbrochener Nachrichtenkonsum via Internet, TV und Radio …

- … oder der komplette Verzicht auf Information.

- Vorsichtige Zukunftsplanungen („… warten wir lieber erst einmal ab …“).

- Gesundheitliche Probleme, verstärkte Neigung zu Medikamenten und Suchtmitteln wie z.B. Alko­hol.

All diese Aspekte sind Zeichen von Angst.

Unsere Welt ist seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine nicht mehr dieselbe. Plötzlich spüren wir, dass der jahrzehntelange Frieden keine Selbstverständlichkeit ist.

An der Spitze der größten Weltmacht befindet sich ein narzisstischer Psychopath, und das Verhal­ten des russischen „Herrschers“ weist ebenfalls ungesunde gefährliche Züge auf.

Man mag sich jetzt natürlich fragen, warum ich Donald Trump noch vor Vladimir Putin genannt habe. Das ist einfach erklärt: Die USA gelten seit Kriegsende als verlässlicher Sicherheitspartner. Deutschland und die gesamte westliche Welt konnten sich auf den amerikanischen Schutz verlas­sen. 

Diese Sicherheitsgarantien gelten nicht mehr. Bei genauer Betrachtung scheint der aktuelle USA-Präsident der russischen Staatsführung näher zu stehen als die früheren (Bündnis-) Partner der Vereinigten Staaten.

Hinzu kommen Unsicherheiten über die eigene private Zukunft. Die Krankenkassenbeiträge sind gestiegen, und die Angst um die Rente wächst. Trotz höherer Lebenshaltungskosten sollen sich Renten und Sozialbezüge vorerst nicht mehr erhöhen oder sogar verringern.

Aus all diesen Gründen entsteht fast eine Art „Endzeit-Stimmung“. Und davon profitieren extreme Parteien! Die AfD zum Beispiel gewinnt Wähler/innen, weil sie eine Art „Schulterschluss“ mit Russ­land sucht. Klingt ja auch logisch, denn wenn man sich mit „Gefährdern“ irgendwie arran­gieren kann, mindert das die Gefahr, von diesen Staaten angegriffen zu werden – oder?

Existenz- und Zukunftsängste schlagen sich auch auf unseren All­tag nieder und färben auf unsere Lebensgewohnheiten ab.

Viele von uns haben eine niedrigere Reizschwelle, kalkulieren vorsichtiger, beginnen Vorräte zu horten und zucken bei jedem unge­wöhnlichen Geräusch am Himmel zusammen.

Nicht wenige stellen plötzlich noch viel mehr in Frage, z.B. die Verlässlichkeit des Partners oder sogar ihre religiöse Überzeugung, getreu dem Motto: Wenn es einen Gott gäbe, würde er all dies doch gar nicht zulassen!“

An bisher sicher Geglaubtes wird gezweifelt – und dadurch entsteht das Gefühl, wie ein Blatt im Winde den äußeren Umständen ausgeliefert zu sein.

+++

Ohne sich in Träumereien oder Illusionen zu verlieren: Ganz klar ist die Gefahr eines Dritten Weltkriegs deutlich gestiegen.

Aber selbst die dümmsten, gierigsten Staatsoberhäupter wissen sehr wohl, dass sie mit zerstörtem Grund und Boden oder sogar nuklearer Verseuchung gar nichts gewinnen würden!

Und innenpolitisch gilt, dass wir immer noch in einem Sozialstaat leben. In einem Land mit einer gesunden Demokratie. Natürlich gibt es den einen oder anderen Mangel. Nicht alles im erwähnten „Sozialstaat“ ist wirklich sozial.

Aber immer noch besser als woanders, denn verhungern muss in Deutschland wirklich keine/r.

Bekämpfung von Angst beginnt mit Information!

Mit den richtigen Informationen natürlich.

Suspekte Kanäle, die von bestimmten Parteien gefüttert werden, haben bereits viel Schaden angerichtet, gerade auch bei jüngeren Leuten.

Trotz mancher Medienkritik ist es am verlässlichsten, sich auf vertraute Nachrichten- und Pressemedien zu verlassen, die mit seriösen Agenturen zusammenarbeiten.

Für ein gutes sicheres Gefühl sorgt eine gesunde Vorsorge. Die Lage evtl. Schutzräume zu kennen, ist auch mit Blick auf Stromausfälle oder Wetterkatastrophen (z.B. Überflutungen oder Stürme) ratsam.

Und ein kleines „Notköfferchen“, in dem sich Wasser sowie sog. Dauerbrot und andere kleine Lebensmittel ebenso verstauen lassen wie der Personalausweis, die Bank- und Krankenkassenkarte.

Allzu viel Info ist ungesund!

Sich stündlich oder noch häufiger auf den neuesten Stand bringen zu wollen, müssen wir uns abgewöhnen. Oft erscheinen Meldungen im Netz, die Panik auslösen können – aber überhaupt nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft worden sind.

Wenn es uns allen gelingt wieder einen klareren Kopf zu bekommen, vermindern sich auch andere Ängste, zum Beispiel im privaten Bereich.

Denn hier gilt das Zauberwort „Vertrauen“ – Misstrauen führt zur Kontrolle, und die schadet jeder Beziehung oder Partnerschaft.

Ein guter Anfang ist es, sämtliche Ängste durch gesunde Vorsicht zu ersetzen.

Unbefangenheit“ lautet das Zauberwort – mit ihr können wir statt einer grauen Brille der Angst wieder bunte Gläser der Zuversicht und Lebensfreude tragen!


Sicherheitsgarantien für die Ukraine - was heißt das eigentlich?

Um es gleich vorweg zu nehmen:

Sicherheitsgarantien bedeuten nicht automatisch einen Kriegseintritt!

 Sie stellen vielmehr ein vielschichtiges politisches und völkerrechtliches Konzept dar, dessen Verbindlichkeit maßgeblich von der konkreten Ausgestaltung der jeweiligen Vereinbarung abhängt. Im Unterschied zu formalen Bündnisverpflichtungen wie dem NATO-Bündnisfall nach Artikel 5 sind Sicherheitsgarantien häufig weniger strikt formuliert und haben oft eher den Charakter politischer Zusagen als den einer rechtlich bindenden militärischen Beistandspflicht. Ein formaler Bündnisfall hingegen verpflichtet die Mitgliedstaaten zur kollektiven Verteidigung, was im Falle eines bewaffneten Angriffs grundsätzlich auch einen Kriegseintritt einschließt, wobei jedes Mitglied selbst über Art und Umfang der ergriffenen Maßnahmen entscheidet.

Ein bekanntes Beispiel für die begrenzte Verbindlichkeit solcher Garantien ist das Budapester Memorandum von 1994. Darin sicherten Russland, die USA und Großbritannien der Ukraine im Gegenzug für ihre atomare Abrüstung Sicherheitszusagen zu. Diese Zusicherungen erwiesen sich jedoch spätestens im Jahr 2022 als praktisch wirkungslos, da sie keine völkerrechtlich bindende Verpflichtung zu militärischem Beistand im Falle eines Angriffs enthielten. Vor diesem Hintergrund zielen die aktuellen Diskussionen über Sicherheitsgarantien für die Ukraine darauf ab, eine glaubwürdige Abschreckung zu schaffen, ohne die NATO unmittelbar in einen Krieg hineinzuziehen. Entsprechend wird die konkrete Ausgestaltung solcher Garantien sorgfältig abgewogen, um einen direkten Kriegseintritt der Garantiemächte zu vermeiden und zugleich militärische Unterstützung sowie politische Rückendeckung zu gewährleisten.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Begriff „Sicherheitsgarantien“ ein breites Spektrum abdeckt, das je nach Formulierung und völkerrechtlichem Status von unverbindlichen politischen Zusagen bis hin zu einer verpflichtenden militärischen Beistandspflicht reichen kann. Eine automatische Verpflichtung zum Kriegseintritt ist damit jedoch nicht verbunden, es sei denn, sie ist ausdrücklich und völkerrechtlich bindend festgelegt, wie dies bei formalen Militärbündnissen der Fall ist.