Translate

Dienstag, 27. Dezember 2016

2017 – ein banger Ausblick

Nachdem sich viele Menschen ungerecht und nachteilig behandelt fühlen, schauen wir nun einem vermutlich sehr nationalistisch geprägtem Jahr 2017 entgegen. –
In Anbetracht der Tatsache, dass es aktuell in fünf Kontinenten militärische Auseinandersetzungen bzw. „kriegerische Handlungen“ gibt, lässt der künftige US-Präsident Donald Trump die Hoffnung auf friedliche Lösungen zusätzlich schwinden. Denn sein hauptsächliches Anliegen besteht ja im Ausrufen von „Make America great again!“–Parolen.
Die zunehmende Neigung zu extremen Parteien war schon immer besonders häufig in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu finden. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, beim Verlust wirtschaftlicher Übersichtlichkeit und schwammigem Geschäftsgebaren maßgebender Institutionen (Bankenkrise) werden die Stimmen lauter, die nach der „starken Hand“ rufen.
Und hier im einschlägig vorbelasteten Deutschland ist es wieder ganz genauso.
Ohne Scham oder Zurückhaltung – wie noch in den 70er, 80er Jahren - ertönt auf den Straßen „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt …“ und auch in anderen Ländern gewinnen Nationalisten zunehmend an Boden. Wie zum Beispiel in der „Front National“-Partei Frankreichs.

Nun ist es keineswegs verwerflich, stolz auf sein Land zu sein – ganz im Gegenteil! Hier in Deutschland war es selbst Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg verpönt gewesen, sich hoch erhobenen Hauptes zu seiner Nationalität zu bekennen – man war augenblicklich ein „Nazi“.
Doch erst diese andauernde Konfrontation mit der „Restschuld“ hat die ungesunde nationale – nein, nationalistische - Denkweise wieder neu gestärkt! Ja, man ist wieder wer.
So kommen viele aus ihren Schlupflöchern heraus. Nicht nur die „sozial Schwachen“, sondern gerade diejenigen, die eigentlich überhaupt keinen Grund zur Klage haben.

Und einige derer, die von Sozialbezügen leben/ leben müssen, haben sich in die Idee verrannt, dass alle nach Deutschland Gekommenen nur zum Abkassieren hier sind, ihnen etwas wegnehmen würden – und vergessen dabei, dass es unter ihnen selbst einige Kandidaten gibt, die sich mitunter seit Jahren vor einer Aufnahme regulärer Beschäftigung erfolgreich drücken.
Sicher, es gibt auch nicht wenige Wirtschaftsflüchtlinge – aber das Gros aller Geflohenen will schlicht und ergreifend nur weg von Brand, Bomben, Folter und Hunger. Der aktuelle „Hartz-IV“-Regelsatz ist das Allerletzte, woran diese arme Menschen denken.

Da ich selbst „Hartz-IV“ und die zuständigen Jobcenter gut kenne: Vielleicht sollten sich einige der dortigen Sachbearbeiter auf eine einheitliche und transparente Arbeitsweise verständigen, damit solche Vorurteile aus der Welt geräumt werden können? Denn in der Tat wird häufig in diesen Behörden derartig geschludert, dass manche Menschen Ende eines Monats ohne Geld dasitzen. Daraus erwachsen Unzufriedenheit, Aggressionen und Neid. Dies ist nicht selten eine Ursache für die Annahme einiger Leistungsempfänger, Flüchtlinge und Asylbewerber würden ihnen etwas wegnehmen.

Hinzu kommt aber auch noch etwas Anderes:
In einer nationalistischen Bewegung kommt jeder zum Zuge, der die für die Partei „rechte Gesinnung“ mitbringt, im wahrsten Sinne des Wortes. Bildung spielt da überhaupt keine Rolle, Hauptsache, die Einstellung stimmt.
Schon zu Hitlers Zeiten war es so, dass jeder noch so Unbedarfte ein „großes Tier“ in der Partei werden konnte. Er musste nur laut genug brüllen, eine entsprechende Portion Hass mitbringen und sich devot gegenüber einigen Machtinhabern zeigen. Wiederum andere mussten sich dann anschließen, um sich nicht suspekt zu machen. Das heißt also: Je mehr in unserem Land sich ungerecht behandelt fühlen, umso mehr Anhänger werden Parteien wie die „AfD“ gewinnen.  

Im neuen Jahr wird also Donald Trump die Geschicke Amerikas lenken. In Deutschland wird ein neuer Bundestag gewählt. Auch Frankreich wird „zur Urne schreiten“.
Wollen wir alle hoffen, dass in dieser Urne keine Demokratie verbrannt werden wird und in Deutschland keine Unterkünfte mehr Feuer fangen.

Denn es brennt ohnehin schon genug auf dieser Welt.