Er ist geduldig, ein guter Zuhörer und stets präsent, wenn er gebraucht wird.
Dadurch, dass er gutmütig und sanft ist, schenkt man ihm Vertrauen.
Und er ist ja sooo pflegeleicht!
Er versteht alles, sagt niemals „NEIN“ und lässt sich nahezu bedingungslos kränken. Denn wenn eine Kränkung erfolgt, ist diese bei einer abgegebenen Entschuldigung ja sofort wieder verziehen.
Tolerant bis zur Selbstaufgabe hat der „Notfall-Mensch“ für alles Verständnis.
Wenn er vorgeführt oder veräppelt wird, dann hat die jeweilige Person, von der die seelische Verletzung ausgeht, halt viel um die Ohren und/ oder große Sorgen! Denn der „Notfall-Mensch“ selbst hat es leicht.
Nur die anderen haben es schwer.
Man kann ihn belügen bzw. beschwindeln, und nicht selten wird er dann sogar belächelt: „Ach, DIE oder DER glaubt ja sowieso alles, was ich erzähle.“
Der „Notfall-Mensch“ vermittelt dies schließlich auch. Durch sein Verhalten ebnet er denen, die ihn sozusagen „missbrauchen“, den Weg.
Nach wie vor nämlich wird Gutmütigkeit mit Schwäche und Dummheit in Verbindung gebracht!
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Wenn es den anderen gutgeht, wird der „Notfall-Mensch“ ad acta gelegt, denn dann wird er nicht benötigt.
Man verabredet sich nur mit ihm, wenn gerade keiner anderer zur Verfügung steht.
Doch sobald eine interessantere Verabredung lockt, wird der „Notfall-Mensch“ wieder in die Schublade gepackt und mit billigen Ausreden abgespeist.
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Er dient als Kummerkasten, Ratgeber und ständig verfügbarer Freund.
Man kann an ihm auch wunderbar den eigenen Frust kompensieren, indem man ihn abkanzelt, auf seine (teilweise angeblichen) Fehler hinweist, sonstwie bemängelt oder gar herunter putzt.
Auf gut deutsch: Er ist das ideale Ablassventil zum Kompensieren eigener negativer Befindlichkeiten.
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TEST: Bin ich ein „Notfall-Mensch“?
1. Bist du Priorität oder lediglich eine Option?
Sucht man also auch dann deine Gesellschaft, wenn man sich ebenso mit anderen Leuten treffen könnte?
2. Rufen dich Menschen an, wenn es ihnen gut geht?
3. Behandelt man dich respektvoll?
Oder spricht man mit dir wie mit einem kleinen Kind? Verschiebt man die Dates mit dir frei nach Laune und Schnauze?
4. Geht man auch auf DEINE Sorgen ein?
Und zwar ohne den Kommentar: „Ach, du hast ja selbst Schuld…?“ und ohne „… ich hab dir doch gesagt, dass …“ ?
5. Musst immer nur DU Vorschläge machen oder zeigen andere auch Eigeninitiative, wenn es um Planungen, z.B. für ein Treffen, geht?
6. Macht man dir Vorwürfe?
Getreu dem Motto: „Du hast ja nie Zeit für mich…“ u.a.
7. Sagt man dir Angenehmes? Lobt man dich?
8. Hält man dir frühere Zuwendungen oder Geschenke vor?
9. Hörst du sogar den schrecklichen Satz: „Wenn ich überlege, was ich schon alles für DICH getan habe …“?
10. Fühlst du dich mit der Person oder nach einem Gespräch mit ihr wohl?
11. Kontrolliert man dich oder versucht es zumindest?
12. Verlangt man von dir Rechenschaft über deine Handlungen?
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Findest du dich in nur einem einzigen dieser Punkte wieder, solltest du den Kontakt zu der betreffenden Person ernsthaft überdenken und ggf. sofort abbrechen!
OHNE erklären zu wollen oder zu entschuldigen.