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Sonntag, 22. Oktober 2017

Das nicht bemerkte Glück

Wieder einmal enttäuscht.
Der heutige Tag hätte doch so schön werden können! Ein ausgedehnter Spaziergang war geplant gewesen - doch nun stürmt und regnet es. Der Himmel ist ebenso grau wie die aktuelle Stimmung.
Das Mittagessen schmeckt auch noch nicht so richtig; vielleicht war auch nur das Frühstück zu üppig gewesen.
Was für ein blöder Tag!

Einige tausend Kilometer entfernt haben die Menschen ganz andere Sorgen. 
Sie haben durch Naturkatastrophen oder Kriege ihr Zuhause verloren. Vielleicht leben sie auch inmitten einer Dürre, in der nichts mehr wächst und selbst das wenige Vieh verhungert.
Ihnen würde das von uns verschmähte Essen bestimmt schmecken …
… und sie würden ob des von uns beklagten Regens jubeln und tanzen!

Und vielleicht nur wenige Meter von uns entfernt – irgendwo in der Nachbarschaft oder in einer Klinik – gibt es einen schwer kranken Menschen, der sich nach nichts anderem als nach einem Spaziergang im Spätherbst sehnt. Wohl wissend, dass er einen solchen nie mehr unternehmen kann bzw. erleben darf.


Es ist immer wieder erstaunlich, in welchem Glück wir doch leben dürfen – auch, wenn wir es nicht wahrnehmen!
Warum?
Weil wir wahren Luxus als Standard empfinden und wir selbst an diesem immer wieder einen Grund zur Kritik entdecken.

Ab und zu können wir uns ruhig den Luxus der Dankbarkeit gönnen – denn auch dieser macht reich.