Translate

Montag, 9. Januar 2017

Ein Geschwür namens Intoleranz

Wir leben schon so lange in der demokratischen Staatsform, dass uns deren Wert gar nicht mehr bewusst ist.
Diskussionen – egal, ob es sich um die Flüchtlingspolitik, Donald Trump oder um die berühmten steigenden Gemüsepreise handelt – werden zunehmend unsachlich, sogar populistisch geführt.
Während es in den 60er-, 70er Jahren fast schon obligatorisch gewesen war, wirklich alles bis zur manchmal vollkommenen Erschöpfung „auszudiskutieren“, findet der Meinungsaustausch auf Kanälen wie z.B. Twitter oder Facebook auf teilweise unterstem Niveau statt.
Dieser „Hau drauf“-Stil wird nicht nur geduldet, sondern von verschiedenen Kanälen und Personen sogar bewusst gesteuert.

Wer eine Meinung vertritt, kann und soll nicht immer davon ausgehen, dass diese auch unbedingt richtig ist und von allen anderen geteilt werden sollte. Denn gerade das ist ja das Reizvolle an der Diskussion: Die Einstellung anderer zu hören und zu erfahren, warum sie so und nicht anders denken. Das bringt einen weiter; es eröffnet teilweise neue Sichtweisen und hilft bei objektiver Betrachtung.
Aber „gewisse Leute“ – teilweise Menschen mit großer Macht! – erklären überhaupt gar nichts. Sie beschimpfen den/ die anders Denkenden, beleidigen ihn/ sie aufs Übelste.
Und dürfen – so ganz nebenbei – vielleicht über Krieg und Frieden entscheiden. –

Das versteckte Machtinstrument „Populismus“ ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig. Es wird nicht nur geduldet, sondern sogar offen eingesetzt …
… und viele finden das prima und springen auf den Zug Richtung „… Dich mach ich fertig …“ auf. Endstation absolute Intoleranz.

In o.a. Kanälen sind teilweise Beleidigungen, Diffamierungen und Beschimpfungen zu lesen, die an mittelalterlichen Pöbel erinnern. Sicher: Wir brauchen und wollen keine Zensur; so meine ich das auch nicht.

Doch vielleicht müssen im Zeitalter der vollkommenen Meinungsfreiheit - zumindest in den demokratischen Hochburgen Deutschland und den Vereinigten Staaten – viele Menschen das sachliche Diskutieren, das Anerkennen anderer Einstellungen usw. erst wieder lernen.
Egal, ob Bürger oder Staatsoberhaupt.

Sachliches Diskutieren auf toleranter Basis hilft der Vermeidung von Missverständnissen und Konflikten.
Und dient somit dem Frieden.