Wir leben
schon so lange in der demokratischen Staatsform, dass uns deren Wert gar nicht
mehr bewusst ist.
Diskussionen –
egal, ob es sich um die Flüchtlingspolitik, Donald Trump oder um die berühmten
steigenden Gemüsepreise handelt – werden zunehmend unsachlich, sogar
populistisch geführt.
Während es in den 60er-, 70er Jahren fast schon obligatorisch gewesen war, wirklich alles bis zur
manchmal vollkommenen Erschöpfung „auszudiskutieren“, findet der Meinungsaustausch
auf Kanälen wie z.B. Twitter oder Facebook auf teilweise unterstem Niveau statt.
Dieser „Hau
drauf“-Stil wird nicht nur geduldet, sondern von verschiedenen Kanälen und
Personen sogar bewusst gesteuert.
Wer eine
Meinung vertritt, kann und soll nicht immer davon ausgehen, dass diese auch
unbedingt richtig ist und von allen anderen geteilt werden sollte. Denn gerade
das ist ja das Reizvolle an der Diskussion: Die Einstellung anderer zu hören
und zu erfahren, warum sie so und nicht anders denken. Das bringt einen
weiter; es eröffnet teilweise neue Sichtweisen und hilft bei objektiver
Betrachtung.
Aber „gewisse
Leute“ – teilweise Menschen mit großer Macht! – erklären überhaupt gar nichts.
Sie beschimpfen den/ die anders Denkenden, beleidigen ihn/ sie aufs Übelste.
Und dürfen –
so ganz nebenbei – vielleicht über Krieg und Frieden entscheiden. –
Das
versteckte Machtinstrument „Populismus“ ist in der heutigen Zeit
allgegenwärtig. Es wird nicht nur geduldet, sondern sogar offen eingesetzt …
… und viele
finden das prima und springen auf den Zug Richtung „… Dich mach ich fertig …“ auf.
Endstation absolute Intoleranz.
In o.a.
Kanälen sind teilweise Beleidigungen, Diffamierungen und Beschimpfungen zu
lesen, die an mittelalterlichen Pöbel erinnern. Sicher: Wir brauchen und
wollen keine Zensur; so meine ich das auch nicht.
Doch
vielleicht müssen im Zeitalter der vollkommenen Meinungsfreiheit - zumindest in
den demokratischen Hochburgen Deutschland und den Vereinigten Staaten – viele Menschen
das sachliche Diskutieren, das Anerkennen anderer Einstellungen usw. erst
wieder lernen.
Egal, ob
Bürger oder Staatsoberhaupt.
Sachliches Diskutieren auf toleranter Basis hilft der Vermeidung von Missverständnissen und Konflikten.
Und dient somit dem Frieden.