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Dienstag, 22. Mai 2012

"50" macht Spaß!

Was hatte ich für eine Furcht vor dieser Zahl!
"50" - dieses Alter hat etwas so Bedeutendes, fast Endgültiges. Es zeigt Dir auf: Teenie-Alter ist ja sowieso vorüber. Aber halt auch die Zeit, wo man noch als "junge Frau" durchging. Jetzt ist man zwar noch nicht alt, aber "reif".

"Reif" klingt irgendwie so nach einem leicht fauligen Apfel, der sich mühselig noch am Baum hält, aber bald schon Richtung Boden plumpst.
Und "reif" bedeutet auch: Kritische Spurensuche im Gesicht nach Fältchen, nein, Falten! Herrje - da ist eine! Okay, noch nicht tief und ja eigentlich kaum sichtbar... aber sie ist da.

Erste Überlegungen:
Eigentlich war man ja stets gegen Liftings. Diese gestrafften unnatürlichen Gesichter, die so wirken, als hätte jemand eine Art Plastikplane auf die mühsam lächelnden Mienen getackert.

Doch jetzt gehen unsere Gedanken in eine andere Richtung:
Eigentlich ist es ja schon toll, was es heute alles so gibt. Lieber etwas unnatürlich gestrafft als natürlich ausgeleiert.

Gut - lassen wir das mit dem Liften besser (zumindest noch!).
Wozu gibt es denn diese fantastischen Crèmes?

Q 10. Hyaluronsäure. Irgendwelche Vitaminkomplexe (nach geheimen Spezialrezepturen). 
Und noch vieles mehr sollen wir uns ins sorgenvolle Antlitz klatschen, um dem Zahn der Zeit wenigstens etwas Einhalt zu gebieten.

Und wie ist es mit der Cellulitis?
Auch da besteht Handlungsbedarf!
Noch ist zwar nichts bzw. nicht viel zu sehen, aber schon haben wir uns mit vor Eifer hochrotem Gesicht den Massagehandschuh übergestülpt und das vielversprechende Gel zur Hand. Unsere gestraften Oberschenkel werden malträtiert und massiert, bis sie blaurot sind und schmerzen. Da hat die Cellulite keine Chance mehr!

So - das machen wir jetzt täglich!
Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht hinkriegen!
Cellulite? Nicht mit uns!

Auch Gymnastik darf nicht fehlen... 
... und so robben wir auf dem Boden herum, machen anstrengende Kniebeugen, Liegestützen, Bauch- und Streckübungen etc.
Ab jetzt mindestens zwei Mal täglich!

Die Ernährung muss stimmen!
Deshalb ist es nur richtig, jetzt mit täglich wachsendem Unwillen lustlos auf rohen Karotten herum zu nagen und uns den Mund mit Gräsern und wilden Kräutern voll zu stopfen. Fast sehen wir ein wenig wie Bugs Bunny aus.

Das erste graue Haar...
... wird nicht alt. Kaum entdeckt, haben wir es mit äußerster Brutalität heraus gerissen und zur "intensiven Cremehaarfarbe mit Grauabdeckung" gegriffen.
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Irgendwann jedoch wird uns bewusst, dass uns seit kurzem etwas Wichtiges fehlt: Nämlich die Lust am Leben! Die Freude daran, so zu sein, wie man nun einmal ist!

Wir setzen nun so viel daran, deutlich jünger zu wirken.
Vor ca. 30 Jahren (meine Güte - solch eine lange Zeit, aber es schien erst gestern gewesen zu sein), setzten wir sämtliche Energien dafür ein, älter auszusehen!    

Die ideale Voraussetzung für einen inneren Jungbrunnen wird wohl eher daraus bestehen, mit sich selbst in jedem Alter einverstanden zu sein.

Denn dies sorgt für häufiges Lächeln - und wenn wir lachen, sind wir auch wieder bzw. immer noch jung!